ARTIKEL · FORSCHUNGSREISE · FOLGE 4

Wenn eine Begleitung wissen will, was wirklich trägt

Eine hilfreiche Intervention kann etwas in Bewegung bringen. Eine Erklärung öffnet eine neue Sicht, eine Frage macht einen Unterschied sichtbar, ein neuer Schritt gelingt. Für Veränderungsarbeit bleibt danach dieselbe unbequeme Frage wie beim Lernen: Was davon ist außerhalb dieser unterstützenden Situation noch verfügbar?

Genau diese Frage untersucht Folge 4 der Serie „KI, die lernen lässt“. Wenn eine künstliche Intelligenz ein Modell davon entwickelt, was jemand vermutlich kann, braucht sie gelegentlich eine Gegenprobe. Sie muss erleben können, was ohne ihre unmittelbare Hilfe gelingt.

Für Beratung und Coaching ist daran weniger der Testgedanke interessant als die Beziehung zwischen Unterstützung und Eigenaktivität. Sobald eine Begleitung einen entscheidenden Hinweis gibt, verändert sie die Situation. Das kann ausgesprochen hilfreich sein. Nur lässt sich das anschließend Gelungene nicht vollständig von dieser Hilfe trennen.

Eine faire Gegenprobe würde deshalb nicht permanent kontrollieren. Sie würde an passenden Stellen Raum dafür schaffen, dass etwas aus eigener Organisation hervorgebracht werden kann. Danach darf Unterstützung wieder einsetzen.

So gesehen verbindet das Thema Lernen und Veränderungsarbeit an einer ziemlich praktischen Stelle: Gute Begleitung zeigt sich nicht nur darin, was mit ihr möglich wird. Interessant ist auch, was irgendwann ohne sie wieder entstehen kann.

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